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Dom St. Peter und Paul

Die Wiege der Mark Brandenburg

Der Dom zu Brandenburg liegt auf einer Insel zwischen dem Beetzsee und der Havel. Das Ensemble aus Dom, Klausur, Kurien und Nebengebäuden prägt noch heute die Dominsel, den ältesten Teil der aufwendig sanierten Altstadt von Brandenburg an der Havel. Hier gründete König Otto I. im Jahr 948 das Bistum Brandenburg. Mit dem Bau des heutigen Doms ist um die Mitte des 12. Jahrhundert begonnen worden. Um die Mitte des 15. Jahrhundert ist der gotische Umbau abgeschlossen. Die qualitätvollen Kunstwerke stammen aus allen Epochen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

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Der Dom zu Brandenburg liegt auf einer Insel zwischen dem Beetzsee und der Havel. Das Ensemble aus Dom, Klausur, Kurien und Nebengebäuden prägt noch heute die Dominsel, den ältesten Teil der aufwendig sanierten Altstadt von Brandenburg an der Havel. Hier gründete König Otto I. im Jahr 948 das Bistum Brandenburg. Mit dem Bau des heutigen Doms ist um die Mitte des 12. Jahrhundert begonnen worden. Um die Mitte des 15. Jahrhundert ist der gotische Umbau abgeschlossen. Die qualitätvollen Kunstwerke stammen aus allen Epochen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

Dom-Kanzel
DomkircheGrundriss
DomKahn50096P
V10501KbDomkirche
30120P1836-von-Spieker
09886PAuenansichtSeite
06575PDom-und-St-Petri-Anfang-19-Jh
02175PDomAuenansicht


Der Dom zu Brandenburg, den Aposteln Petrus und Paulus geweiht, ist das älteste erhaltene Bauwerk und Ausgangspunkt der Geschichte der Stadt Brandenburg an der Havel. Die Grundsteinlegung erfolgte 1165 durch den Mönchsorden der Prämonstratenser. Es entstand zu Beginn eine einfache kreuzförmige Saalkirche im romanischen Stil, welche in den folgenden Jahrzehnten mit dem Ausbau des Längshauses, der Krypta und dem ersten Teil der Doppelturmfassade zu einer romanischen Basilika erweitert wurde. Aus dieser ersten Bauperiode sind nur wenige Bauelemente, wie die Grundmauern des Chores und Fragmente des nördlichen Querschiffes, erhalten. Im Zeitraum vom 13. bis 15. Jahrhundert erfolgten gotische Um- bzw. Erweiterungsbauten.

Dom Aussenansicht 

Der Böhmische Altar stammt aus der Zeit, als der böhmische König Karl IV. Markgraf von Brandenburg wurde. Der Altar zeigt eine Kreuzigungsgruppe in der Mitte und auf den Flügeln die beiden Dompatrone.

Reformation
Die Reformation hat an dem Besitzstande des Domes nichts geändert. Das Kapitel verdankt die Erhaltung und den Fortbestand seiner Besitzungen der Ablegung des Mönchordens, sonst wäre es als Prämonstratenserstift aufgehoben worden. Bischof Matthias von Jagow war ein eifriger Förderer der Reformation. Ein Teil der Domherren blieb aber noch längere Zeit katholisch. Noch 1671 finden wir im Kapitel einen katholischen Domherrn. Erst in späterer Zeit ist das Bekenntnis des evangelischen Glaubens Bedingung geworden.

Im Jahr 1705 erfolgte die Gründung der später als Ritterakademie bezeichneten Bildungseinrichtung für die Zöglinge des Adels. 1871 wurde die Schule im Westflügel des Klosters ausgebaut. 1937 musste der Schulbetrieb eingestellt werden, das Internat existierte noch einige Jahre weiter.


Bistum Brandenburg

Im Bereich des 948 gegründeten Bistums Brandenburg begann die Reformation: Zuständig für Wittenberg war der Brandenburger Bischof Hieronymus Schulz (Scultetus, Amtszeit: 1507–1521). Während der Brandenburger Bischof auf die Entwicklung im kursächsischen Teil seines Bistums kaum Einfluss nehmen konnte, konnte er im kurbrandenburgischen Teil seines Bistums bis 1535 zusammen mit dem papsttreuen Kurfürsten Joachim I. die Ausbreitung der reformatorischen Bewegung hemmen und die Papstkirche vorerst sichern.

Bueste Bischof Matthias von JagowBischoff Matthias von Jagow (Domstiftsarchiv Brandenburg)


Als Kurfürst Joachim II. seit 1535 den Übergang zur Reformation vorbereitete, konnte er den Brandenburger Bischof Matthias von Jagow (Amtszeit: 1527–1544) zur Mitarbeit gewinnen: Matthias unterstützte im Frühjahr 1539 die Teltower Adligen bei der Berufung reformatorischer Prediger, er fungierte als Liturg bei der ersten offiziellen evangelischen Abendmahlsfeier am 1. November 1539, er befürwortete die reformatorische Kirchenordnung, die im Sommer 1540 publiziert wurde, er unterstützte seit 1540 die reformatorische Umgestaltung der Kirche durch die Visitationen und er setzte mit seiner Heirat 1541 ein Zeichen für die Reformation. Der Brandenburger Bischof war damit einer der wenigen Diözesanbischöfe, die die reformatorische Neuerung begrüßten. Obwohl die Kirchenordnung von 1540 die diözesanbischöfliche Struktur der Kirche beibehielt, gingen die kirchenleitenden Befugnisse des Brandenburger Bischof bald an die dem Kurfürsten verantwortlichen landeskirchlichen Organe über und der Bischof wurde an den Rand gedrängt. Das Brandenburger Domkapitel widersetzte sich der vom Bischof befürworteten Einführung der Reformation, ohne dass es sie aufhalten konnte. Es wurde allmählich mit evangelischen Domherrn besetzt und besteht bis heute weiter. 1560 wurde der Sohn von Kurprinz Johann Georg, Markgraf Joachim Friedrich, zum nominellen Bischof von Brandenburg gewählt. Damit endete faktisch die Reihe der Brandenburger Bischöfe, deren geistliche Funktion längst schon an Konsistorium, Superintendenten und Visitatoren übergegangen war.